Lexikon der Filmbegriffe

Buffonade

von ital.: buffone = Spaßvogel, komische Rolle in einer opera buffa; im Deutschen gelegentlich auch fälschlicherweise: Buffonerie

Vor allem im Russischen gebräuchliche Gattungsbezeichnung für eine grobe, manchmal hintersinnige Possenkomödie (buffonnaja komedija). Insbesondere die Poetik Majakowskijs wurde als buffonesk dargestellt, zumal Majakowskij mit seinem Revolutionsstück ,,Mysterium buffo“, das im Sommer 1918 in Lewaschow bei Petrograd uraufgeführt wurde, das Possenreißerische selbst als Mittel der Revolutionsdramatik eingeführt hatte. Ursprünglich der Commedia dell‘Arte zugehörig, sodann in der Opera Comica des 18. Jahrhunderts zu neuem Leben erwacht, sind die Mittel der parodistischen Übertreibung, der Masken und grotesken Deformierungen, der theatralischen Clowniade, des burlesken Overacting oder des jahrmärktlichen Possenreißens ebenso lächerliche wie rebellische Darstellungsmittel des Theaters geblieben. Sie finden sich auch im Film – in so leichten gesellschaftskritischen Parabeln wie Prazdnik svyatogo Yorgena (dt.: Das Fest des Heiligen Jürgen, UdSSR 1930, Yakov Protazanov), Polit-Komödien wie Neobychainye priklyucheniya mistera Vesta v strane bolshevikov (dt.: Die seltsamen Abenteuer des Mr. West im Land der Bolschewiki, UdSSR 1924, Lev Kuleshov) oder auch Musik-Komödien wie Vesyolyye rebyata (dt.: Lustige Burschen, UdSSR 1934, Grigori Aleksandrov) zeigen sie den großen Einfluss, den das Majakowskij-Theater auf den sowjetischen Film gehabt hat.

Referenzen:

Buffonerie


Artikel zuletzt geändert am 06.07.2012


Verfasser: HJW


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