Lexikon der Filmbegriffe

Apolog

von griech. apologos = lehrreiche Fabel; griech. apologeisthai = sich rechtfertigen; engl.: apologue

ein Apolog ist eine lehrreiche Fabel oder eine allegorische Erzählung, die in einem bewusst fingierten Beispiel eine moralische Lehre illuminiert. Dazu werden oft Strategien der (äsopischen) Fabel verwendet, es kann aber auch mit Schauspielern eine solche Stilisierung des Spiels und der Handlung vorgenommen werden, dass der lehrhafte Charakter immer deutlich bleibt. Eine ganze Reihe von Beispielen findet sich im Kinderfilm, doch ist der Apolog weiter verbreitet. Ein Beispiel ist Rolan Bykows Jugendfilm Chuchelo (Die Vogelscheuche, UdSSR 1983), der die Geschichte einer Schulklasse in den Ferien erzählt, die – ohne dass jemand dies beabsichtigt hätte – zu brutalen faschistischen Ausgrenzungsstrategien greift. Apologetische Züge finden sich zudem in vielen Filmen, die eine klare politische Position vertreten und – wie die Filme des Pazifismus – gegen andere Positionen polemisieren; verwiesen sei z.B. auf Jean Renoirs Kriegsgefangenendrama La grande Illusion (1937). Auch Roberto Rossellinis Satire La macchina ammazzacattivi (1948) rechnet zu den Apologen – die Geschichte handelt von einem italienischen Dorf, das nach der Ankunft eines Amerikaners, der ein Hotel eröffnen will, der Geldgier anheimfällt.
Ein apologetisches Kino im engeren Sinne, in dem es um die Rechtfertigung von Taten und um die Verteidigung eines politischen oder weltanschaulichen Lagers gegen ein anderes oder mehrere andere geht, existiert nur im Umkreis der Propaganda.

Referenzen:

Fabel (1)

Fabel (2)


Artikel zuletzt geändert am 13.01.2012


Verfasser: HJW


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