Lexikon der Filmbegriffe

thrill kill movies

Gegen Snuff- und Mondo-Filme, die beide die Nichtfingiertheit dessen, was sie zeigen, beteuern, wird oft das Subgenre des thrill kill abgegrenzt, in dem der Spiel-Charakter des Dramas offen zutage tritt. Ein typisches Handlungsmuster des thrill kill ist die Reise einer Filmcrew an Stätten kannibalischer Verbrechen; die Crew stirbt während der Dreharbeiten; ihr Material wird später von anderen Reisenden aufgefunden und besichtigt. So entsteht eine Film-im-Film-Doppelfiktion. Zu den Hauptvertretern der Gattung gehört Ruggero Deodato, der mit Cannibal (aka: Jungle Holocaust, mehrere weitere Titel, 1976) und Cannibal Holocaust (aka: Holocausto Canibal, 1979) zwei der wichtigsten Filme beigesteuert hat. In Letzterem mischen sich reale Tötungen von Tieren (Schildkröte, Schwein usw.) mit dem Laien realistisch erscheinenden, aber mit Filmmitteln inszenierten Tötungen (u.a. einer bereits vollendeten Pfählung) von Menschen, einschließli0ch dem Mord an Mitgliedern der Filmcrew. Das Motiv wiederaufgefundener Filmrollen oder Videobänder, auf denen zuletzt auch die Tötung der Filmcrew zu sehen ist, ist immer noch lebendig und wurde jüngst in den Kinofilmen The Blair Witch Project (1999) und Book of Shadows (2000) erneut variiert. 


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: JH


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