Lexikon der Filmbegriffe

cheat shot

von engl.: cheat = betrügen, täuschen, anschmieren; wörtlich: „betrügerische Einstellung“

(1) Wenn bei Studio-Aufnahmen ein Akteur im Raum leicht umpositioniert wird, sei es, um ein besseres Bild des Akteurs zu machen, sei es, um unerwünschte Hintergründe auszuschließen, ist das Bild, dass im Rückschnitt verwendet wird, tatsächlich ein anderes als das, das man vorher gesehen hatte; die Bild-Differenz fällt aber nicht auf. Von „cheating“ spricht man auch, wenn beim Heransprung an ein Paar die Distanzen zwischen den beiden Akteuren verringert werden; auch diese Manipulation fällt nur bei genauestem Sehen auf. 
(2) Einer der einfachsten Filmtricks ist die Suggestion eines Geschehens in großer Höhe, das tatsächlich in nur wenigen Zentimetern Höhe stattgefunden hat – zeigt ein Bild nicht die Lage des tatsächlichen Bodens, muss die Höhe des Geschehens aus Kontextdaten erschlossen werden. Harold Lloyd zappelt (in Feet First, 1930) einmal an der Fassade, als sei er auf der Höhe des zehnten Stocks. Die Kamera fährt am Ende der Sequenz zurück und zeigt ihn zehn Zentimeter über dem Trottoir an einem Gitter hängend – entlarvt; es bildet sich schnell eine Menschentraube. Auch das Dach, von dem Laurel und Hardy in Lauging Gravy (1931) herunterfielen, war nur 15cm vom Studioboden entfernt. Und dass Meryl Streep in Postcards from the Edge (1990) verzweifelt an einem Fenstersims und tatsächlich unmittelbar über dem Fußboden hängt, kann man mit Vergnügen studieren. 
 

Referenzen:

cheat cut


Artikel zuletzt geändert am 30.05.2012


Verfasser: CA AS


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