Lexikon der Filmbegriffe

body genre

Linda Williams bezeichnet solche Genres als „Körper-Genres“ (body genres), die von jeweils spezifischen Bildern (und akustischen Äußerungen) des Körpers und seiner Säfte geprägt seien – genitale Flüssigkeiten im Pornofilm, Blut im Horrorfilm, spastische Verspannungen und Tränen im Melodram. Jedem dieser Genres liege eine spezifische Phantasie zugrunde (Porno: Sadismus, Horror: Sadomasochismus, Melodram: Masochismus), die sich stets am Körper der Frau als lüsterner, terrorisierter, weinender oder leidender Figur manifestiere. Wirkungsästhetisch werden gerade die körperbezogenen Modi als intensive Emotionen erlebt (mit wiederum intensiver Körperbeteiligung des Zuschauers).

Literatur: William, Linda: Film Bodies. Gender, Genre, and Excess. In: Film Quarterly 44,4, 1991, S. 2-13. Auch in: Film Theory and Criticism. Ed. by Leo Braudy and Marshall Cohen. Oxford: Oxford University Press 2004, S. 727-741. Auch in: Film Genre Reader II. Ed. by Barry Keith Grant. Austin: University of Texas Press 1999, S. 140-158. Auch in: Film and Theory. An Anthology. Ed. by Toby Miller & Robert Stam. Malden: Blackwell 2000, S. 207-221.


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: HJW


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