Lexikon der Filmbegriffe

Buffonerie

engl.: buffoonery; von ital. buffone = Spaßvogel; buffonata = Albernheit, Dummheit; im Dt. manchmal fälschlicherweise auch: Buffonade

Das komisch-übertriebene Spiel, wie es Clowns betreiben, wird manchmal „Buffonerie“ genannt. Dieses Spiel ist grobschlächtig und derb, frivol, anzüglich und zynisch, oft mit Zoten und unanständigen Gesten gewürzt. Manchmal durch Trunkenheit unterstützt, zeigt die Buffonerie immer wieder ihre Herkunft aus der künstlerisch anspruchslosen Volkskomödie. Ein Beispiel aus der Filmgeschichte liefert Orson Welles mit seiner Darstellung eines Kapitäns in Ferry to Hongkong (Großbritannien 1959).
Im Dadaismus wurde die Buffonerie als rigoros übertreibende und entrealisierende Form des Schauspiels rehabilitiert, wurde Gegenstand eigener Choreografien und diente als Strategie der Verfremdung dazu, unterhalb der konventionellen Clownsgeste ein Ausdrucksrepertoire aufzudecken, das Zugang zum Vorkulturellen und Unbewussten ermögliche.

Literatur: Bergius, Hanne: Dada als „Buffonade und Totenmesse zugleich“. In: Stefanie Poley (Hrsg.): Unter der Maske des Narren. [Katalog.] Stuttgart: Gerd Hatje 1981, S. 208-221.

Referenzen:

Buffonade


Artikel zuletzt geändert am 28.07.2011


Verfasser: AS


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