Lexikon der Filmbegriffe

28mm-Film

Pathé stellte 1912 einen 28mm-Sicherheitsfilm vor. Er wich vom 35mm-Standardformat ab, damit der entzündliche Film nicht im Projektor Pathéscope der Pathé-Kok abgespielt werden konnte. Der Name der Firma bezog sich auf einen Hahn (cock), der das neu patentierte Firmenlogo der amerikanischen Tochter des französischen Mutterkonzerns zierte. Der Film hatte drei Perforationslöcher pro Bild auf der linken, eines auf der rechten Seite. Der Projektor war mit einem Dynamo versehen, konnte also auch in ländlichen Regionen betrieben werden, die noch nicht elektrifiziert waren. Pathé brachte außerdem eine Kamera auf den Markt, stellte vor allem aber 28mm-Kopien des umfangreichen Pathé-Kauf- und Verleihprogramms her; fast 1.000 Titel standen zeitweise zum Verleih. Bis 1918 wurden annähernd 10.000 Projektoren verkauft. 28mm schien sich zum Standardformat für das Heim- und Amateurkino zu entwickeln. In den USA hatte die SMPE das 28mm-Format als Standardgröße für portable Filmprojektoren akzeptiert.


Alle anderen 28mm-Formate haben nur marginale Bedeutung. Während des Ersten Weltkrieges, als der Filmmaterialexport von Frankreich in die USA zum Erliegen kam, brachte die US-Firma A.F. Victor ihr Safety and Home Cinema für 28mm-Material 1917 auf den Markt; dabei waren drei Perforationslöcher pro Bild vorgesehen. W.B. Cook, der den US-Vertrieb für Pathé hatte, entwickelte daraufhin einen neuen, motorgetriebenen Projektor: das New Premier Pathéscope. Der Erfolg hielt sich in Grenzen. Auch ein 28mm-Projektor von Keystone aus diesen Jahren wurde kein Verkaufserfolg, Keystone kehrte schnell zum 35mm-Material zurück. A.F. Victor lieferte ab 1920 das wohl von Pathé lizensierte Home Cinema Pathescope aus.

Referenzen:

22mm-Film


Artikel zuletzt geändert am 03.01.2012


Verfasser: JH


Zurück