Lexikon der Filmbegriffe

Sensationsdarsteller

heute meist: Stunt-Man, Action-Darsteller

In der Frühzeit des Films waren es oft weniger die „Story“ und die Requisiten, die die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich zogen, als vielmehr als sensationell angesehene Stunts (so dass sich ein ganzes Genre „Sensationsfilm“ nannte). Die Sensationsdarsteller wurden auf den Filmplakaten beworben, waren oft namentlich bekannt. Zu den berühmtesten deutschen Sensationsdarstellern gehörte Harry Piel, der 1919 zum ersten Mal vor der Kamera agierte und der sich bis zu seinem Tode damit brüstete, alle seine Stunts selbst zu realisieren (wie es Stars wie Jean-Paul Belmondo oder Jackie Chan bis heute tun). Der erste „Stuntman-Superstar“, der anfangs der 1920er die gefährlichsten Auftritte absolvierte, war Hermann Stetza (der als „Salto King“ als Akrobat im Zirkus ausgebildet worden war). Stetza doubelte später oft Hans Albers, dem er ähnelte. Einer der Pioniere der Stunts war der deutsche Harry Arias Froboess. Er sprang schon früh von immer höheren Brücken und Türmen ins Wasser; dies gipfelte schließlich im Sprung aus einem Zeppelin in 110m Höhe in den Bodensee. Dieser Sprung ist bis heute unübertroffen und wird im Guiness-Buch der Rekorde geführt. Als er einen Brückensturz mitsamt seinem Pferd von einer 60m hohen Brücke vollbrachte (in: Harry Hills Jagd auf den Tod, 1924), ging dieser Stunt, der auch heute noch als gewagtester Brückensturz gilt, als „größte Filmsensation der Welt“ um den Globus. Froboess ging daraufhin nach Hollywood, doubelte in mehr als 400 Filmen Stars wie Stan Laurel, Harold Lloyd, Buster Keaton, Robert Mitchum, Burt Lancaster, Richard Widmark, Errol Flynn oder Humphrey Bogart.

Referenzen:

daredevil

Kaskadeur

Stunt

Stuntman / Stuntwoman


Artikel zuletzt geändert am 21.01.2012


Verfasser: AS


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