Lexikon der Filmbegriffe

Cowboywestern

Spielart des Western, in dessen Zentrum die Figur des Cowboys, seine Arbeit mit oft atemberaubend großen Herden und damit auch die Landschaft steht, in der sich beide bewegen. Einerseits sind Cowboys hypermaskulin, wortkarg und trotz ihrer Arbeit im Verbund höchst einzelgängerisch; Freundschaften sind entsprechend selten (man denke aber an die Sozialisationsgeschichten Cowboy, USA 1957, Delmer Daves, und The Cowboys, USA 1972, Mark Rydell). Umso häufiger sind Rivalitäten, bei denen nicht gerade zimperlich vorgegangen wird. Manchmal ist die Arbeit Ort heftiger Vater-Sohn-Konflikte (wie in: Red River, USA 1948, Howard Hawks). Selten sind Liebesgeschichten im Cowboymilieu (wie in: Duel in the Sun, USA 1946, King Vidor).
Andererseits dient der Cowboywestern auch immer wieder zur vorsichtigen Schilderung mehr oder weniger verhaltener (und mehr oder weniger klischeebeladener) Homoerotik (wie jüngst in Brokeback Mountain, USA 2005, Ang Lee) – trotz der homophoben Strömungen im klassischen Hollywood ein meist risikoloses Verfahren, da diese Filme auf ein Figurensetting angewiesen sind, das sozusagen aus natürlichen Gründen ohne Frauen auskommt. 

Literatur: Heide, Robert / Gilman, John: Box-office buckaroos : the cowboy hero from the wild west show to the silver screen. New York: Abbeville Press 1989. – Rainey, Buck: The reel cowboy. Essays on the myth in movies and literature. Jefferson, N.C. [...]: McFarland 1996. – Sanderson, Jim / Johnson, Cecil: Clint Eastwood's last cowboy: The Bridges of Madison County. In: Post Script: Essays in Film and the Humanities 19,3, 2000, S. 41-57.


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: PB


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