Lexikon der Filmbegriffe

Kinesigraph

Der englische Anwalt Wordsworth Donisthorpe arbeitete fast zwei Jahrzehnte an der Erfindung des Films. Sein erstes Patent (9.11.1876) beschrieb eine Kamera, die photographische Platten in schneller Reihenfolge belichten konnte (8 B/S); wie in einem Daumenkino sollten die Abzüge einen Bewegungseindruck hervorrufen. Schon diesen Apparat nannte er „Kinesigraph“. 1878 schlug Donisthorpe vor, ihn mit Edisons Phonograph zu kombinieren, um dramatische Aufführungen aufzuzeichnen. 1889 erprobte der Erfinder (zusammen mit seinem Cousin William Carr Crofts, einem Zeichner) zum ersten Mal Rollfilm. Mit einem Schlitten wurde das Objektiv gleichmäßig mit dem Film geführt. Der Apparat war als Kamera und als Projektor verwendbar. Die Bildqualität war gut, zu ersten Vorführungen kam es 1890 (Patent: 12.8.1889). Allerdings fanden sich keine Sponsoren, so dass es nie zu einer Weiterentwicklung oder gar wirtschaftlichen Nutzung kam.

Literatur: Herbert, Stephen: Industry, Liberty, and a Vision. Wordsworth Donisthorpe’s Kinesigraph. London: The Projection Box 1999.


Artikel zuletzt geändert am 31.07.2011


Verfasser: AS


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