Lexikon der Filmbegriffe

Vilm

Kontraktion aus: Vi[deo und Fi]lm

(1) Niklaus Schilling war lange der einzige renommierte Regisseur des Neuen deutschen Kinos, der Filme auf Video für das Kino produzierte. 1981 stellte er einen auf Halbzoll-VHS-Amateurvideo gedrehten Kurzfilm vor (Zeichen und Wunder, der auf 16mm umkopiert bei der 1982er Berlinale uraufgeführt wurde). Mit seinem Film Der Westen leuchtet (BRD 1982) begann er, im großen Stil mit Video zu experimentieren. Der ohne Drehbuch entstandene Film Die Frau ohne Körper und der Projektionist (1984) wurde in manchmal improvisierender, kollektiver Arbeitsweise auf 1-Zoll-Video produziert und auf 35mm-Film umkopiert. Dormire (1985) ließ die Improvisation und die Beteiligung der Schauspieler wieder fallen, kehrte zu einem traditionellen Drehbuch zurück. Schilling nannte die Projekte dieser Zeit selbst „Vilme“, darauf hindeutend, dass Video nicht allein eine Veränderung des Trägermediums darstellt, sondern andere Möglichkeiten der Filmproduktion eröffne und andere Arbeitsformen erfordere.


(2) Der Terminus wurde für kurze Zeit von Video-Zeitungen übernommen, die damit die Eigenständigkeit des Videos als Anbieter von (Unterhaltungs-)Filmen unterstreichen wollten. 


Artikel zuletzt geändert am 16.07.2011


Verfasser: CA


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