Lexikon der Filmbegriffe

Filmformate: Super-16mm

Super-16 ist eine Modifikation des 16mm-Standardformats, bei dem das belichtete Kader (7,5x12,4mm) um 20% größer ist; die Bildvergrößerung wurde möglich, weil man die Magnet-Tonspur und die zweite Perforation mit ausnutzte. Super-16 zeichnet im Seitenverhältnis 1,66:1 auf (gegenüber 1,33:1 bei Normal-16), was es für Fernsehproduktionen im 16:9-Format ideal geeignet macht. Bildgröße und Seitenverhältnis prädestinieren die Aufnahmen außerdem für die Umkopierung auf 35mm-Film. Das Format wurde in den seit 1965 von dem schwedischen Kameramann Rune Ericson entworfen. Ein Stipendium des Swedish Film Institute ermöglichte es, 1969 einen ersten Prototypen zu bauen. 1970 entstand der Spielfilm Lyckliga Skitar von Vilgot Sjöman (Kamera: Ericson) in dem seinerzeit Runescope genannten Verfahren. Zusammen mit dem Kamerahersteller Jean-Pierre Beauviala modifizierten die beiden eine 16mm-Kamera und stellten 1971 ihr System öffentlich vor. Beauvialas Firma Aaton war lange der führende Kamerahersteller für das neue Format. Ericson wurde 2002 mit einem Oscar für seine Arbeiten geehrt. Obwohl Super-16 in Schweden eine gewisse Aufmerksamkeit genoß, spielte es für die Produktion insbesondere im Low-Budget-Bereich erst seit den 1980er Jahren eine nennenswerte Rolle, auch wenn die Preise für Super-16-fähige Optiken nach wie vor sehr hoch sind. Beispiele sind Robert Altmans Come back to the Five and Dime, Jimmy Dean, Jimmy Dean (1983), Peter Greenaways The Draughtsman's Contract (1983) und Mike Figgis' Leaving Las Vegas - A Love Story (1995).


Artikel zuletzt geändert am 03.01.2012


Verfasser: JH


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