Lexikon der Filmbegriffe

Balaban & Katz

auch spielerisch: B&K

Der Kinobesitzer Sam Katz, Barney Balaban, der 1908 ein Nickelodeon in Chicago eröffnet und zu einer kleinen Kette von drei Chicagoer Kinos ausgebaut hatte, und sein Bruder Abe J. Balaban gründeten 1916 die Balaban&Katz-Theaterkette, die schnell den Maßstab für luxuriöse und dabei hochprofitable Großstadtkinos setzen konnte. Vor allem in der Gegend von Chicago, aber auch in anderen Regionen inmitten der USA hatte die Kette nahezu Monopolstatus. Sie baute ihren Ruf dadurch aus, dass sie neue Vorführ-Technologien sehr schnell übernahm, dass sie sich zudem bewusst auf Veränderungen in Bevölkerungsstruktur und Publikumswünschen einstellte. Vor allem die Mittelschicht-Besucher wurden durch den Bedienungs- und Einrichtungsluxus insbesondere der großen Kinopaläste – Central Park (1917), Riviera (1918), Tivoli (1921), Uptown (1925) und Chicago (1921) –, die am Rande der Innenstadtzonen lagen, durch den frühen Einbau von Klimaanlagen ebenso wie durch die Auswahl der Filme, durch die musikalischen Bühnenshows und andere Life-Events angesprochen. 1925 fusionierte B&K mit Famous Players-Lasky Studio und bildete die nationenweit auftretende Kette der Publix Theatres; seit 1930 nannte sich die Firma – vor allem wegen der zunehmenden Bedeutung der Kinoketten für die Vermarktung der Studio-Produktion – Paramount Publix; 1933 ging das Konglomerat in den Bankrott und wurde als Paramount Pictures, Inc. reorganisiert; Barney Balaban wurde Präsident der neuen Firma (1936). Nach dem „Paramount-Urteil“ mussten Studio und Kinokette 1948 wieder getrennt werden.

Literatur: Gomery, Douglas: The movies become big business. Publix Theatres and the chain store strategy. In: Cinema Journal 18,2, 1979, S. 26-40. – Gomery, Douglas: Shared Pleasures. A History of Movie Presentation in the United States. London: BFI Publishing 1992. – Gomery, Douglas.: El cine se convierte en un gran negocio. Los cines de Publix y la estrategia de la cadena de salas. In: Archivos de la Filmoteca,14, Juni 1993, S. 150-163.

Referenzen:

Paramount

Paramount Case


Artikel zuletzt geändert am 13.01.2012


Verfasser: JH


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