Lexikon der Filmbegriffe

Digital Storytelling

gelegentlich auch kurz: DST; auch: estory (writing)

(1) Der Ausdruck „Digital Storytelling“ (DST), dessen Bedeutung noch nicht als festgelegt angesehen werden kann, bezeichnet – sofern er nicht auf die journalistisch-professionelle Verwendung von Computern, Neuen Medien bzw. Internet-Techniken eingeschränkt wird – die Nutzung der narrativen und tendenziell interaktiv ausgerichteten Potenziale derartiger Medien durch jedermann, um persönlich geprägte Geschichten aus dem Alltagsleben in kurzer, ansprechender und emotional fesselnder Form einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Insofern ist DST zunehmend eine hypertextartig angelegte Ausdrucksweise multimedialer Kreativität, eine neue, moderne Form volkstümlichen Erzählens.
Entstanden aus basisdemokratischem Engagement und künstlerischen Interessen haben Versuche, den Erzählstoff zu visualisieren, seit Anfang der 1990er Jahre zu einer eigenen Richtung von filmischem DST in Form von Kurzfilmen (üblicherweise von zwei bis acht min Länge) geführt, die auch institutionell gelehrt wird und das Interesse des Fernsehens gefunden hat (vgl. etwa ein BBC-Projekt in Wales: http://www.bbc.co.uk/wales/digitalstorytelling/).
(2) Davon abweichend spricht man auch von Digital Storytelling, wenn die narrative Kraft visueller Effekte bei der Spielfilmdramaturgie herausgestellt und systematisch genutzt werden soll, ohne als bloße effekthascherische Zugabe der Postproduktion zu erscheinen (vgl. McClean 2006).

Literatur: Artikel “Digital Storytelling”. URL: http://en.wikipedia.org/wiki/Digital_storytelling. – McClean, Shilo T.: Digital storytelling: the narrative power of visual effects in film. Cambridge, Mass.: The MIT Press 2007. – Burgess, Jean: Hearing ordinary voices. Cultural studies, vernacular creativity and digital storytelling. In: Continuum 20,2, 2006, S. 201-214. – Schäfer, Leonie: Investigations on digital storytelling: the development of a reference model. Diss., Technische Universität Berlin 2005.
 

Referenzen:

Hypertext


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: LK


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