Lexikon der Filmbegriffe

fish-out-of-water

Die Metapher bezeichnet Filme, deren Helden es in eine fremde, ihnen ungewohnte, möglicherweise ganz und gar fremde soziale Umwelt verschlagen hat – sei es, dass Bewohner der Wildnis in die Großstadt kommen (wie in Crocodile Dundee, Australien 1986, Peter Faiman), Westerner nach New York (wie in Coogan's Bluff, USA 1968, Don Siegel), Clochards in großbürgerliche Lebensverhältnisse (wie in Boudu sauvé des eaux, Frankreich 1932, Jean Renoir; Remake: Boudu, Frankreich 2005, Gérard Jugnot), Polizisten aus Detroit in die Lebenswelt hedonistischer Reicher in Kalifornien (wie in Beverly Hills Cop, USA 1984, Martin Brest) oder der Chinesen in Chinatown (wie in Year of the Dragon, USA 1985, Michael Cimino) und ähnliches mehr. Manchmal geschieht der Wechsel der Lebenswelten aus Zufall, manchmal aus Profession (wie im Fall mancher Undercover-Geschichten), manchmal in Verbindung mit Amnesien, manchmal ausgelöst durch einen Versuch der Hilfe oder als eine Strategie der Flucht (wie in Peter Weirs Witness, USA 1985, der einen Polizisten in die Welt der Amischen begleitet, oder der ältere Brother Orchid, USA 1940, Lloyd Bacon, der von einem Gangster erzählt, der in einem Kloster Unterschlupf sucht). Manche der Weltenwechsler bewähren sich in der neuen Umgabung prächtig, andere können sich kaum anpassen (interessant die zeitreiseartige Geschichte eines Gärtners, der nach dem Tod seines Arbeitgebers nur mit Fernsehwissen ausgestattet in die aktuelle soziale Umwelt hinausziehen muss – in Being There, USA 1979, Hal Ashby). Weltenwechsel-Filme illustrieren die innergesellschaftliche Differenz von Subkulturen, die Nicht-Homogenität entwickelter Gesellschaften sowie die inneren Widersprüche zwischen Klassen, Ethnien, Glaubensgemeinschaften etc


Artikel zuletzt geändert am 02.08.2011


Verfasser: HJW


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