Lexikon der Filmbegriffe

Frontier Films

Frontier Films ging im März 1937 aus der linken Dokumentarfilmgruppe Nykino, die 1934 gegründet worden war, hervor. Frontier Films war formal eine Non-Preofit-Organisation, zu der alle Mitglieder Nykinos gehörten (Paul Strand, Leo Hurwitz, Ralph Steiner, Lionel Berman, Willard Van Dyke, Ben Maddow, Sidney Meyers, Irving Lerner und Jay Leyda; außerdem wurde Joris Ivens als Mitglied geführt). Zur selbsterklärten Aufgabe gehörte es, die reiche Vielfalt des Alltagslebens in den USA zu dokumentieren und zu dramatisieren. Zunächst sollte neben der Verfilmung von Theaterstücken die linke Wochenschau The World Today, die Nykino 1936 vorgestellt hatte, produziert werden. Beides wurde aber wegen Unterfinanzierung nicht realisiert. Heart of Spain (1937, Herbert Kline, Charles Korvin) war eine Kompilation von Aufnahmen aus dem spanischen Bürgerkrieg, China Strikes Back (1937, Harry Dunham) basierte auf Szenen, die Harry Dunham in Nordwest-China aufgenommen hatte; aus finanziellen Gründen und aufgrund der Zuwendung von Eleanor Roosevelt entstanden Filme wie History and Romance of Transportation (1939) zur Weltausstellung des Jahres oder White Flood (1940, David Wolff, Robert Stebbins, Lionel Berman, Musik von Hanns Eisler) über die lettzte Eiszeit. Erst The People of the Cumberland (1937, Elia Kazan) und vor allem der während der Kriegszeit entstandene, 80minütige Native Land (1942, Leo Hurwitz, Paul Strand) mit zahlreichen Re-Enactments von Gewerkschaftsauseinandersetzungen realisierten dann aber das Programm der Frontier Films, das sich 1941 aufzulösen begann; 1942 wurde die Firma auch formell aufgelöst.

Literatur: Bühler, Wolf-Eckart: Leo T. Hurwitz, marxistische Filmproduktion in Amerika, 1931-1942. In: Filmmaker: the Magazine of Independent Film 23, Feb. 1979, S. 45-66. – Campbell, Russell: Cinema Strikes Back. Radical Filmmaking in The United States 1930-1942. Ann Arbor, Mich.: UMI Research Press 1978. – Campbell, Russell: Radical Documentary in the United States. In: Show Us Life. Toward a History and Aesthetics of the Committed Documentary. Ed. by Thomas Waugh. Metuchen, N.J.: Scarecrow Press 1984. – Fishbein, Leslie: Native Land. Document and documentary. In: Film & History 14,4, 1984, S. 73-88.

Referenzen:

Nykino


Artikel zuletzt geändert am 01.08.2011


Verfasser: JH


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