Lexikon der Filmbegriffe

Komikerkomödie

engl.: comedian‘s comedy, comedian-comedy

Spielart der Komödie, die immer auch Starvehikel ist. Sie wird weniger vom Stil des Regisseurs geprägt - der letztlich als austauschbarer Handwerker fungiert – als von der intensiven Persönlichkeit des Komikers oder der Komikergruppe (Charles Chaplin, Laurel & Hardy, Karl Valentin, Mae West, Marx Brothers, Jerry Lewis, Jacques Tati etc.). Die Komiker spielen eigentlich keine fiktionalen Rollen, sondern verkörpern ihre einmal gefundene Persona immer wieder, die Verkleidung (oder Maskierung) der Persona, das Register des Spiels und die Tonart des Komischen werden oft über viele Auftritte oder gar jahrzehntelang festgehalten. Viele Komiker schreiben ihre Drehbücher selbst oder arbeiten ihre eigenen Gags aus. Die übrigen Darsteller sind Staffage, die Handlung meist nur ein Rahmen. Die Komikerkomödie entstammt der Live-Bühne des Vaudeville und des Zirkus. Die Abstimmung mit narrativen Rahmen, die Festlegung der Rollen, die an einem Auftritt beteiligt sind, die Insignien von Klasse, Rasse, Status, Amtswürde, Geschlecht werden in unmittelbarem Kontakt mit dem Publikum erprobt, ebenso wie der Umgang mit Rhythmus, Beschleunigung und Exzess. 

Literatur: Krutnik, Frank (ed.): Hollywood comedians. The film reader. London/New York: Routledge 2003. – Seidman, Steve: Comedian comedy. A tradition in Hollywood film. Ann Arbor, Mich.: UMI Research Press 1981.


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: PB AS


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