Lexikon der Filmbegriffe

Filmtransport

Soll eine Bildverschmelzung und ein Bewegungseindruck gelingen, muss der Filmstreifen mit einer ruckartigen Bewegung 16mal oder öfter in der Sekunde präzise um die Länge eines einzelnen Kaders weitertransportiert werden. Ein Mechanismus, der das leisten konnte, war das Malteserkreuzgetriebe, bei dem ein Nocken periodisch in ein Greiferkreuz eintritt und um eine Vierteldrehung weiterbewegt, das seinerseits in die Perforation des Films greift und diesen um die Länge genau eines Bildes voranzieht. In dieser Zeit ist das Objektiv geschlossen, eine rotierende Flügelblende deckt das Bildfenster für diese Zeit ab. Das Verfahren basiert auf Edisons Kinetographen, wurde 1896 aber von dem Berliner Fotoingenieur Oskar Meßter maßgeblich weiterentwickelt. Einen etwas anderen Weg ging der Lumièresche Cinématographe: Er hatte einen Greifer, der von zwei Nockenwellen gesteuert wurde, von denen sich eine vertikal zur Filmrolle drehte, um den Film weiterzubewegen, die andere dagegen horizontal zum Greifen in und zum Rückzug aus der Perforation. Auch hier verdeckt eine zunächst drei-, dann zweiflügelige Blende das Bildfenster in den Phasen, in denen der Film transportiert wird. Durchgesetzt hat sich das Lumièresche Verfahren, das den Film mechanisch viel stärker belastete, aber im Vergleich zum Malteserkreuzgetriebe wesentlich leiser war. 
 

Referenzen:

Blende I: technisch

Malteserkreuz / Malteserkreuzgetriebe

Schläger


Artikel zuletzt geändert am 19.10.2012


Verfasser: JH


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