Lexikon der Filmbegriffe

Hintergrund

engl.: background; manchmal auch: BG

In der Psychologie der Formwahrnehmung besagt die Figur-Grund-Unterscheidung, dass der eigentliche Gegenstand der Aufmerksamkeit (die Figur) von einem (Hinter-)Grund abgehoben wird. Der Hintergrund wird weniger detailliert und klar wahrgenommen. Auch in der filmischen Inszenierung wird die eigentliche Handlung räumlich vor einen Hintergrund von Requisiten, Räumen und Personen gesetzt, der meist im rückwärtigen Teil des Bildes arrangiert ist. Konventionellerweise ist der Hintergrund schwächer ausgeleuchtet als der Vordergrund (eine Ausnahme ist Lumets Prince of the City, 1981). Ebenso ist es üblich, die Blautöne den rückwärtigen Teil der Szene dominieren zu lassen, die Rottöne dagegen den Vordergrund (eine Ausnahme ist wiederum Murder in the Orient-Express, 1974). Im Studiosystem ist die Kontrolle über die Hintergründe sehr hoch, weil sie komplett neu gebaut werden; benutzt man dagegen schon existierende Räume oder Gebäude, müssen die atmosphärischen Qualitäten des vorgefundenen Hintergrunds mit der Vordergrund-Inszenierung in Einklang gebracht werden; eine dritte Möglichkeit sind Rückprojektionen oder rückwärtig aufgebrachte Vergrößerungen von Hintergrundphotographien.

Referenzen:

Background (1)

Background (2)

flat

Zyklorama


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: HJW


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