Lexikon der Filmbegriffe

Kinetoskopie

von griech. kinema = Bewegung und skopein = schauen

Allgemeine Bezeichnung für die Verfahren und Apparaturen, die die Aufzeichnung, Notation, Betrachtung und Analyse von Bewegungsabläufen ermöglichen. Kinetoskopie ist eine Hilfs- und Subdisziplin der Kinesik, der allgemeinen Untersuchung der Bewegungen, ihrer Funktionen und Bedeutungen in der Kommunikation. Ein Kinetoskop in diesem allgemeineren Sinne (und nicht zu verwechseln mit dem Edisonschen Kinetoskop, das ein Einzelbetrachter für Filmstreifen war) ist ein Apparat, der einzelne Phasen-Bilder eines Bewegungsablaufs einzeln in schneller Folge aufzeichnet und möglicherweise auch – per Projektion oder Einzelbetrachtung – exponiert, so dass bei der Betrachtung der Eindruck einer zusammenhängenden Bewegung entsteht oder aber den Blick auf einzelne Phasen der Bewegung ermöglicht wird. Viele Bezeichnungen für kinematographische Verfahren deuten auf das tiefere Interesse hin, apparativ Bewegungseindrücke zu erzeugen oder vorfilmische Bewegungen aufzuzeichnen – man denke an Konzepte wie Kinematographie, Bioskopie oder Vitagraphie, die manchmal explizit gefasst sind, sich manchmal auch nur in Verfahrens- und Firmenbezeichnungen niederschlagen, die dennoch aber einen deutlichen Hinweis auf das ursprüngliche Anliegen geben. 


Artikel zuletzt geändert am 31.07.2011


Verfasser: HJW


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