Lexikon der Filmbegriffe

Internationale Filmkammer (IFK)

ital.: Camera internazionale del film


Die Internationale Filmkammer mit Sitz in Berlin und Rom war eine deutsch-italienische Gründung, die dazu dienen sollte, die ökonomischen Interessen der beiden Filmwirtschaften auf dem europäischen Markt zu vertreten und vor allem der amerikanischen Konkurrenz eine gemeinsame Marktstrategie entgegenzusetzen, was wiederum aus imperialen Herrschaftsansprüchen der beiden faschistischen Regime begründet wurde. Die IFK wurde 1935 in Paris auf Grund der Initiative des deutschen Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda gegründet, das damit der Exportkrise des deutschen Films begegnen wollte. Als die europäischen Machtverhältnisse zu Beginn des Weltkrieges grundlegend verändert wurden, wurde die IFK im Juli 1941 neu gegründet; neben Deutschland und Italien gehörten ihr nun auch die besetzten Länder sowie die Satellitenstaaten der beiden Achsenmächte an (Böhmen und Mähren, Belgien, Bulgarien, Kroatien, Dänemark, Finnland, Ungarn, Norwegen, Holland, Rumänien und die Slowakei; Spanien und Schweden waren dem Verband als neutrale Mitglieder assoziiert). Der italienische Finanzminister Giuseppe Volpi di Masurata war Präsident der Kammer, Karl Melzer, der stellvertretende Präsident der Reichsfilmkammer, ihr Generalsekretär. De facto diente die IFK als filmpolitischer Dachverband, der die Gründung von Ufa-Niederlassungen in anderen Ländern flankierte.

Literatur: Inter Film. Organ der internationalen Film-Kammer. Berlin: Internationale Filmkammer 1936-1944. – Tagungen der Internationalen Filmkammer. [Mind. 3 Bde. Wechselnde Verlagsorte] 1941-42.


Artikel zuletzt geändert am 15.07.2011


Verfasser: HHM


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