Lexikon der Filmbegriffe

Master-Scene-Script

dt. manchmal sogar: Master-Scene-Skript; engl. auch: master scene screenplay

Spätestens mit dem Tonfilm ist man in Hollywood vom continuity script, das (fast) jede Einstellung vorgibt, zum master scene script übergegangen. Darin werden nur mehr die einzelnen master scenes festgehalten; im Skript wird der allgemeine Schauplatz einer Szene notiert, nicht aber detaillierte Kameraeinstellungen. Dramaturgisch wichtige Großeinstellungen und oder Point-of-View-Shots wurden aber von Beginn an auch in Master Scene Scripts vorgeplant; sie finden sich oft schon in der ersten Fassung des Buchs.
Das Master-Scene-Skript gibt einerseits dem Regisseur und Kameramann mehr Freiheiten, während der Inszenierung Szenenauflösungen zu finden, Einstellungen und Einstellungsfolgen zu variieren etc. Es gibt zudem dem Produzenten und dem Cutter die Möglichkeit, Szenen neu zu schneiden, da immer mehr Material gedreht wurde, als eigentlich notwendig war (u.a., um die Optionen der Variierung des Materials aufrechtzuerhalten). Im Studio-System Hollywoods, in dem kaum ein Regisseur das Recht auf den „final cut“ hatte, wurde davon ausgiebig Gebrauch gemacht. Ein Regisseur wie Hitchcock, der seine Einstellungen schon zuvor festlegte und weit weniger Material drehte, gab damit seinen Produzenten auch weniger Möglichkeiten, in den Schnitt einzugreifen, was mehrfach zu Auseinandersetzungen mit seinen Produzenten führte. Heutige Drehbücher sind in der Regel Master-Scene-Drehbücher, detaillierte Kameraeinstellungen finden sich darin, von besagten Ausnahmen abgesehen, nicht.

Referenzen:

master scene


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: CT


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