Lexikon der Filmbegriffe

Ninja-Film

Der Begriff „Ninja“ leitet sich aus einer Lesart der japanischen Schriftzeichen für „etwas leise oder unbemerkt tun“ ab. Die historischen Hintergründe des Ninjas sind nicht genau zu klären: Erste Zeugnisse datieren auf das 15. Jahrhundert und verweisen auf eine Gruppe von Killern und Spionen. Die erste filmische Darstellung eines Ninjas dürfte sich in Shinobi no mono (1962, Satsuo Yamamoto), der erste Auftritt im westlichen Film in dem James-Bond-Streifen You Only Live Twice (Großbritannien 1967, Lewis Gilbert) finden lassen. Aber erst zwanzig Jahre später etablierte sich der Ninjafilm als eigenes Genre, in dem Elemente des Easterns und des westlichen Actionfilms miteinander verbunden wurden. Er zeigt den Ninja als „Meister des lautlosen Tötens“, der ausgestattet mit schwarzem Kampfanzug, Maske, speziellen Waffen wie dem Wurfstern und allerlei Zaubertricks sein Handwerk verrichtet. Die kurze Erfolgsperiode des Genres leitete die Produktionsfirma Cannon Group mit Enter the Ninja (USA 1981, Menahem Golan) ein, dem u.a. die auf Video immens erfolgreiche American-Fighter-Reihe folgte, die es zwischen 1985 und 1992 auf fünf Teile brachte. In jeder Hinsicht billig produzierte Filme unterschiedlicher Herkunft nahmen sich des Stoffes an und gaben die Figur des Ninjas innerhalb kürzester Zeit der Lächerlichkeit preis. Unverhältnismäßig große Aufmerksamkeit wurde dem Genre im Zuge der Gewaltvideo-Debatte zur Mitte der 1980er Jahre zuteil. Bis auf kleine Auftritte im Action- und Martial-Arts-Film ist der Ninja heute von den Leinwänden verschwunden.


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: ON


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