Lexikon der Filmbegriffe

United Productions of America (UPA)

United Productions of America (zunächst als: United Film Production, später: Industrial Films and Poster Service; der Name UPA ist wohl erst 1943 angenommen worden) wurde 1941 von Stephen Bosustow, John Hubley, Zack Schwartz, Dave Hilberman und anderen jungen Zeichnern gegründet, als – nach dem langen Streik im gleichen Jahr – eine ganze Gruppe von Zeichnern und Animatoren die Disney-Studios verließ. Sie wehrten sich gegen die engen Produktionsvorgaben, aber auch die ideologischen Beschränkungen, die Disney vorgab, und suchten Produktionsbedingungen, die formal und inhaltlich größere Freiheitsräume anboten. Die UPA-Filme waren im Zeichnerischen nicht so detailliert ausgeführt wie die Disney-Filme – sie führten erstmals die sogenannte limited animation aus; Chuck Jones‘ Cartoon The Dover Boys (1942) zeigte zum ersten Mal, welche Möglichkeiten ein weniger hyperrealistischer Stil als der, den Disney bevorzugte, eröffnete. Figuren und Erzählstränge waren dagegen komplexer und adressierten offensichtlich ein weniger konservatives Publikum als die Disney-Filme. Zu den bekanntesten Figuren, die die Zeichner der Firma erfanden, gehörten „Mr. Magoo“ (seit: The Ragtime Bear, 1949) und der von Bob Cannon erfundene „Gerald McBoingBoing“ (seit 1951). UPA wurde massiv als „linkes Studio“ attackiert, Hubley kam 1952 auf die „schwarze Liste“. Bosustow verkaufte UPA an den Produzenten Henry G. Saperstein, der die Produktion auf das Fernsehen ausrichtete. Durch einen inzwischen Jahrzehnte währenden Vertrag mit den japanischen Toho-Studios (ca. 1959) wurde UPA zum Verleiher japanischer Animes und Monster-Cartoons und ist heute in dieser Funktion bekannter als Animations-Studio. Gleichwohl ist die Bedeutung der UPA für die Entwicklung der Animationsstile nicht zu überschätzen.

Literatur: Cohen, Karl: Witch hunt in the magic kingdom: the investigation of alleged communists in the animation industry. In: Animatrix: A Journal of the UCLA Animation Workshop, 6, 1990, S. 49-58. - Lesser, Andrea: Character animation – Disney and beyond. In: Animatrix: A Journal of the UCLA Animation Workshop 1,4, 1987, S. 9-14.


Artikel zuletzt geändert am 16.07.2011


Verfasser: JH


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