Lexikon der Filmbegriffe

Screen Cartoonists Guild (SCG)

Erste Versuche, Animatoren resp. Zeichner in Animationsstudios gewerkschaftlich zu organisieren, scheiterten (1931: Iwerks; 1935: Van Beuren; 1936: Max Fleischer Studios). Als Fleischer 1937 fünfzehn Zeichner, die Mitglied der Commercial Artists and Designers Union (CADU) werden wollten, gekündigt hatte, kam es zum ersten Streik an einem Animationsstudio; nach fünf Monaten zwang Paramount Fleischer zum Nachgeben, es kam zum ersten Vertrag zwischen einem Zeichentrickstudio und einer Gewerkschaft. Die Fleischer Studios reagierten mit einem Umzug nach Florida, einem strikt antigewerkschaftlichen US-Staat; allerdings war Fleischer gezwungen, die höchsten Animatoren-Gehälter des ganzen Landes zu bezahlen, was schließlich zum Zusammenbruch der Firma führte; Paramount übernahm das Studio und führte es in New York als Famous Studios weiter. 1939 wurde die Screen Cartoon Guild (SCG; später in: Screen Cartoonists Guild umbenannt) gegründet und schloss sich der Conference of Studio Unions (CSU) an, die wiederum der International Alliance of Theatrical Stage Employes (IATSE) angeschlossen war. 1941 kam es zu Tarifverträgen mit MGM, Lantz und Screen Gems.
Studios und IATSE kooperierten nach dem Krieg mit den antikommunistischen HUAC-Behörden, um die Macht der politisch der Kommunismusnähe verdächtigen SCG zu brechen; als 1951 die Zeichner von Disney, Warner und Lantz der IATSE beitraten und diese 1952 zwei Lokalverbände (Local 839, Los Angeles; Local 841, New York) gründete, begann der Niedergang der SCG, die als unabhängige Gewerkschaft weiterexistierte.

Literatur: www.animationguild.org


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: JH


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