Lexikon der Filmbegriffe

space opera

nach dem Muster der „horse operas“ (als Bezeichnung für Radio-Western der 1930er) gebildet; im Deutschen manchmal: Weltraum-Oper; der Begriff wurde 1941 von Wilson Tucker zur Charakterisierung der SF der 1930er Jahre geprägt; verwandt der space soap, etwa: „Weltraum-Soap“

Eine gewisse Gruppe von Science-Fiction-Filmen handelt weniger von zukünftigen Techniken oder von einem Abgrenzungskrieg zwischen Menschen und den Bewohnern anderer Planten als vielmehr von den sozialen Prozessen, die in einer überschaubaren Gruppe wie einer Raumschiffbesatzung vor sich gehen. Ein dezidiertes Interesse an inneren psychologischen Problemen der Helden, eine Inszenierung, die der Entfaltung großer Emotionen Raum gibt, sowie ein Handlungsort außerhalb der bewohnten Welt sind andere Bestimmungselemente, die immer wieder genannt werden.
Erste Anfänge wurden mit Serien wie Flash Gordon (1936ff) gesetzt. In den 1950ern gab es Mischungen zwischen Seifenoper, SF-Film und Abenteuergenre (Rocketship XM, 1950, Kurt Neumann; Riders to the Stars, 1954, Richard Carlson), manchmal mit historischen Einschlägen (First Men in the Moon, 1964, Nathan Juran). Die reale Raumfahrt dämmte diese Genremischungen zunächst ein, gab Raum für die space operas im engeren Sinne - die Star-Wars-Reihe im Kino (1977ff) und vor allem die der Seifenoper nahen Fernseh-Serien um das Raumschiff Star Trek (1966ff) und seine Kino-Filme (1979ff), aber auch Produktionen wie die deutsche Fernsehserie RaumpatrouilleDie phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion (1966) oder die US-Serie Battlestar Galactica (1978-80).

Literatur: Locus, Aug. 2003: "The New Space Opera." – Neuhaus, Wolfgang: Die Geburt der Space Opera aus dem Geiste des Imperialismus. In: Telepolis, Ausg. v. 22.6.2003. – Pringle, David: What is this thing called space opera? In: Space and beyond. The frontier theme in SF. The Frontier Theme in Science Fiction. Ed. by Gary Westfahl. Westport, Conn./London: Greenwood Press 2000. - Stableford, Brian: Space Opera. In: The Encyclopedia of Science Fiction. Ed. by John Clute / Peter Nicholls. New York: St. Martin's Press / Griffin 1995.


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: AS


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