Lexikon der Filmbegriffe

Debrie Parvo

André Debrie gründete die Établissements André Debrie 1898 in Paris. 1908 stellte er die handkurbelbetriebene „Parvo“ (von lat.: parvus = klein, kompakt) vor, die sich schnell zu einer der verbreitetsten europäischen Kameras entwickelte. Mit ihren Maßen (15x20x25cm) war sie die kleinste Profikamera auf dem Markt. Dazu kam, dass sich innerhalb des hölzernen Gehäuses ein Metall-Chassis befand, das die gesamte Mechanik enthielt und sie unempfindlicher gegen Stöße und Erschütterungen machte. Friedrich Wilhelm Murnau realisierte Nosferatu (Deutschland 1922) mit der Parvo, Abel Gance Napoléon (1926), Jean Vigo seinen L‘Atalante (1934) – und noch Leni Riefenstahl nutzte die Kameras für die Aufnahmen zu den Olympiafilmen von 1936, weil sich im Außeneinsatz schwere Studiokameras verboten. Es gab die Parvo in einer ganzen Reihe von Varianten (L: für den Studioeinsatz, LS, G, E, K, JK). 1921 folgte die „Super Parvo“ mit der Möglichkeit, in der Kamera zu überblenden. 1934 wurde eine „Debrie Camé 300“ als reine Studiokamera ausgeliefert. 

Literatur: Cocchi, Franco: Debrie. Macchine da presa e stabilimenti. In: Immagine, 13, Winter 1989, S. 6-10.
 

Referenzen:

Debrie


Artikel zuletzt geändert am 03.08.2011


Verfasser: JH


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