Lexikon der Filmbegriffe

Verleihkopie

engl.: release print

Als Verleihkopie bezeichnet man Kopien, die tatsächlich während der Auswertungsphase eines Films in den Kinos gespielt werden. Nach dem Schnitt erfolgt die Abnahme eines Films (durch die Produzenten und/oder die Zensurbehörden), manchmal werden Änderungswünsche des Verleihs umgesetzt. Erst danach werden Negativdoppel (dupes) hergestellt, von denen dann die Verleihkopien gezogen werden, die nach der Auswertung meist wieder vernichtet werden. Gerade aus dem frühen Kino, in dem auch die Ausgangskopien vernichtet wurden, tauchen manche Filme bis heute als Verleihkopien wieder auf, die bei Sammlern überlebt haben oder auch auf Speichern vergessen wurden.
Mit wievielen Kopien ein Film startet, hängt vom Budget, von der Werbung, vom erwarteten Publikum, vom Thema und anderem ab. Manche Filme starten mit ganz wenigen Kopien, sind so von vornherein für ein kleines Spezialpublikum reserviert. In der BRD werden Filme für ein Breitenpublikum sowie viele Arthaus-Filme heute mit ca. 200 Verleihkopien gestartet. Höhere Kopienzahlen sind selten und großen Blockbustern vorbehalten; Harry Potter and the Prisoner of Azkaban (2004) startete z.B. mit 1.231 Kopien, The Day After Tomorrow (2004) mit 995 Kopien, so dass in einem solchen Fall nahezu ein Drittel der BRD-Kinoleinwände gleichzeitig bespielt werden kann. Für die Kalkulation wichtig ist der sogenannte KopienschnittLola rennt (1998), der mit ca. 200 Kopien gestartet wurde, erreichte 1.734 Zuschauer pro Kopie; dagegen erreichten Lethal Weapon 4 (1998, BRD: 689 Kopien) nur 833 Zuschauer pro Kopie , The X-Files – The End (1998, BRD: 649 Kopien) nur 717 Zuschauer.
 

Referenzen:

Kopienschnitt


Artikel zuletzt geändert am 16.07.2011


Verfasser: HHM


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