Lexikon der Filmbegriffe

Atrocity films

auch: Nazi atrocity films; dt. etwa: „Greuel-Filme“; im zeitgenössischen dt. Sprachgebrauch auch: KZ-Filme

Die sogenannten atrocity films zeigen Aufnahmen der alliierten Kameramänner aus den befreiten Konzentrations- und Vernichtungslagern: Massengräber, Leichenfelder, die Verbrennungsöfen, ausgemergelte Überlebende, der Besuch alliierter Untersuchungskommissionen und die ersten Hilfsmaßnahmen. Der Ausdruck wurde von den westlichen Alliierten geprägt. Der bekannteste dieser Filme ist Die Todesmühlen (1946, Hanuš Burger). Im weitesten Sinne schließt die Bezeichnung alle Filme und Wochenschausujets ein, die zwischen 1944 und 1947 ausschließlich oder schwerpunktmäßig die schockierenden Aufnahmen aus den befreiten Lagern bringen. Daher umfasst der Begriff heute auch sowjetische Filme wie Majdanek (1944) und Oswiecim (1945). Die Filme wurden vor allem im Rahmen der Umerziehungspolitik der westlichen Alliierten eingesetzt (re-education).

Literatur: Goergen, Jeanpaul: „Atrocity films“. Aufklärung durch Schrecken. In: Filmblatt 10,28, 2005, S. 61-63. – Filmografie: http://www.cine-holocaust.de/. - Caven, Hannah: Horror in our time. Images of the concentration camps in the British media, 1945. In: Historical Journal of Film, Radio and Television 2,3, 2001, S. 205-253. – Jacobowitz, Florence: Seeing and believing. Sid Bernstein's German atrocities film and the question of Hitchcock's participation. In: CinéAction, 50, 1999, S. 86-88.
 

Referenzen:

re-education films


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


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