Lexikon der Filmbegriffe

Live-Drama

selten auch: Real-Drama

Vor allem serielle Formate des Radios und des frühen Fernsehens (insbesondere Seifenopern) wurden live im Studio gespielt und in Echtzeit versendet. Es waren technische und vor allem produktionsökonomische Gründe, die bis in die 1960er hinein gegen eine Aufzeichnung derartiger Sendungen sprachen. Heute werden live-gespielte Fernsehfilme als besondere Höhepunkte des Fernsehprogramms produziert und vermarktet: So etwa Stephen Frears‘ Remake des Kalter-Kriegs-Dramas Fail Safe (USA 2000, CBS), dessen 1964 von Sidney Lumet inszeniertes gleichnamiges Original ebenfalls live produziert wurde (Lumet gilt als einer der bedeutendsten Regisseure des Live-Dramas der 1950er). Ein deutsches Beispiel ist das 2004 von Kai Wessel für das ZDF inszenierte 90min-Live-Drama Feuer in der Nacht, das in Echtzeit an wechselnden Originalschauplätzen in Berlin(so etwa in Wohnungen oder in fahrenden Autos) gedreht wurde. Paradoxerweise werden derartige Sendungen nur bei der Erstausstrahlung live versendet; danach steht eine Auswertung als Video- oder DVD-Ausgabe an.

Literatur: Bourdon, Jerome: Live television is still alive: on television as an unfulfilled promise. In: Media Culture & Society 22,5, 2000, S. 531-556. – Skutch, Ira (ed.): The days of live. Television's golden age as seen by 21 Directors Guild of America members. Lanham, Md. [...]: Scarecrow 1998.


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: EP


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