Lexikon der Filmbegriffe

Agent, Agentur

Als Agent bezeichnet man Personen, die stellvertretend für einen Schauspieler, einen Autor oder einen anderen, der an der Produktion eines Films beteiligt werden soll, mit den Produzenten oder den Studios Verträge und Arbeitsbedingungen verhandelt. Er erhält eine prozentuale Beteiligung an den Verträgen, wird also erfolgshonoriert. Der Beruf bildete sich sehr früh heraus. Versuchten die Studios zur Hochphase ihrer Macht, Künstler durch langfristige Verträge zu binden (oder die Konkurrenz daran zu hindern, sie unter Vertrag zu nehmen), wuchs die Macht der Agenten nach dem Zusammenbruch des Studiosystems, ganze Pakete von Verträgen zusammenzubringen und sich so massiv an der Realisierung von Filmen zu beteiligen. Die erste große Agentur, die aus der damit verbundenen Professionalisierung des Agentenwesens hervorging, war in den 1950er und 1960er Jahren die William Morris Agency (WMA). Ihr traten in den 1970er Jahren das International Creative Management (ICM) und in den 1980er Jahren die Creative Artists Agency (CAA) zur Seite. WMA, ICM und CAA sind bis heute die dominierenden Hollywood-Agenturen geblieben.


Dagegen mutet ein Agent, wie er in Woody Allens Broadway Danny Rose (1984) melancholisch gefeiert wird, wie ein Akteur aus einer anderen Welt an. 


Artikel zuletzt geändert am 15.07.2011


Verfasser: HJW


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