Lexikon der Filmbegriffe

New American humanistic realism

Eine ganze Reihe von Filmen, die in den 1960ern in den USA auf den Markt kamen, wurden von der Kritik als „neuer amerikanischer humanistischer Realismus“ bezeichnet, darin auf Traditionen eines moralischen Selbstverständnisses, wie es vor allem der italienische Neorealismus ausgeprägt hatte, hindeutend. Die Filme dieser Gruppe präsentierten Geschichten von sozialen Außenseitern und Verlierertypen, sie erzählten von Individuen, die in einer repressiven oder verwahrlosten Umgebung nach Selbstverwirklichung strebten und darin ihr Wert-Zentrum fanden, und sie integrierten – wie im amerikanischen Kino eher unüblich – die Darstellung der sozialen Lebenswelten in die Zeichnung der antiheldischen Protagonisten. Dazu rechneten Filme wie Chelsea Girls (1966, Andy Warhol, Paul Morrissey), The Graduate (1967, Mike Nichols), Midnight Cowboy (1969, John Schlesinger) oder Five Easy Pieces (1970, Bob Rafelson). Die Bezeichnung blieb unüblich.


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: AS


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