Lexikon der Filmbegriffe

Farblichtmusik

Ausgehend von der Erfahrung synästhetischen Erlebens („Farbenhören“ u.ä.) wurde es anfangs des 20. Jahrhunderts zu einem ästhetischen Anliegen, Musik, Malerei und Film einander anzunähern und durch Farben Töne, aber auch durch Töne Farben auszudrücken. Sándor László veröffentlichte 1926 grundlegende Überlegungen zum Thema unter dem Titel „Farblichtmusik“ und versuchte darin, die Farb-Assoziationen, die er beim Spielen von Musik hatte, dem Publikum durch die Umsetzung in Malerei mitzuteilen. Er ging davon aus, dass auch andere Personen ähnliche Farben und Formen wahrnehmen würden. In den Vorführungen und Installationen, in denen er das Projekt umzusetzen suchte, verwendete er ein sogenanntes Farblichtklavier (auch: Farbenorgel) und entwickelte ein eigenes Notensystem für die von ihm komponierten Farblichtstücke. Durch die Farblichtmusik wurde es möglich, gemalte Farben akustisch wiederzugeben und anderseits Töne als Farben darzustellen. Zu den Künstlern, die mit der Vorstellung der Farblichtmusik experimentierten, gehörten der Maler Matthias Holl, die Poeten Raoul Hausmann und Kurt Schwitters, die bildenden Künstler Laszlo Moholy-Nagy und Zdenek Pesanek, der ein eigenes Farbklavier baute.

Literatur: Jewanski, Jörg: Die Farblichtmusik Alexander Lászlós. In: Zeitschrift für Kunstgeschichte 1, 1997, S. 12-43. – Jewanski, Jörg / Sidler, Natalia (Hrsg.): Synästhesie und Farblichtmusik. Berlin [...]: Lang 2006 (Zürcher Musikstudien. 5.).

Referenzen:

Clavilux

Farbenklavier I: Frühgeschichte

Farbenklavier II


Artikel zuletzt geändert am 29.01.2012


Verfasser: CA


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