Lexikon der Filmbegriffe

Hillbilly-Film

engl.: hillbilly films; die Bezeichnung hillbilly ist seit dem 17. Jahrhundert bekannt; Zusammenziehung aus hill billies als abfällige Bezeichnung für ländliche Bevölkerung; aus Irland und England im 18. Jahrhundert in die USA importiert; bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts als Bezeichnung von Country-Musik; seitdem für „traditionelle Formen der Country-Musik“

Die Gruppe der hillbilly films beziehen ihren Namen von der Hillbilly-Musik, die als Volksmusik vor allem in ländlichen Regionen der USA gepflegt wird und deren Anhänger von dort kommen oder dort leben. Hillbilly-Filme spielen selbst ausnahmslos in hinterwäldlerischen Gegenden, in den Sümpfen des Südens oder in den Kleinstädten des südlichen Mittelwestens. Sie enthalten immer Hillybilly-Musik und zeigen deren intimen Zusammenhang mit der Lebenswelt ihrer Akteure. Vertreter dieser Konjunktion von Musik und dargestellter Lebenswelt finden sich im amerikanischen Kino seit der Stummfilmzeit. Die Blütezeit des Motivkomplexes waren die 1960er und frühen 1970er (mit Filmen wie The Girl from Tobacco Row, USA 1966, Ron Ormond; The Road to Nashville, USA 1967, Will Zens; Bad Georgia Road, USA 1977, John C. Broderick). Aber noch in Michael Apteds Coal Miner's Daughter (USA 1980) werden ihre Grundelemente „Lebensweisen der Landbevölkerung / Musik“, die immer schon eng mit Arbeit und Leben von Hillbilly-Musikern verbunden waren, erneut variiert. Und O Brother, Where Art Thou? (USA 2000, Joel Coen) umspielt sie parodistisch.

Literatur: Fox, Aaron A.: Real country. Music and language in working-class culture. Durham [...]: Duke University Press 2004.


Artikel zuletzt geändert am 31.07.2011


Verfasser: CA


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