Lexikon der Filmbegriffe

maritimes Kino

engl.: sea film; selten auch: nautic movies

Gelegenheitsbildung, die alle Filme zusammenfasst, die thematisch mit dem Meer in Verbindung stehen. Das Meer ist ein Ort zeitgeschichtlicher und politischer Bezüge, es trägt hohen Schauwert, es markiert Grenzen und Übergänge in die Heimat oder in die Neue Welt, es kann retten und vernichten, es ist Ort des Urlaubs oder des Rückzugs. Manchmal wird die See als Aufmarschgebiet von Streitkräften präsentiert; andere Filme verklären sie als Ort des Luxus‘ und Vergnügens – Schiffsreisen sind ein seit Jahrzehnten wiederkehrendes Motiv; die Geschichte der Seefahrt ist die Geschichte der Kaperfahrer wie im Piratenfilm, der Walfänger, der Handelsschiffe, der Luxusliner – oder auch der Schiffe, die versenkt werden, die auseinanderbrechen und sinken, alles zwischen Stapellauf und Schiffsfriedhof kann auch Thema des Films werden. Auch Geisterschiffe finden sich, „fliegende Holländer“, die bis ans Ende der Tage auf See bleiben müssen. Das Schiff – einschließlich des U-Boots – ist ein enklavischer, manchmal klaustrophobischer Handlungsort. Die Abwesenheit der Männer, die Angst der Zurückgebliebenen kann ebenso melodramatische Konstellation sein wie das komödiantische Motiv der Braut in jedem Hafen, und auch das Machtgefälle an Bord zwischen Besatzung und Offizieren (resp. Offizieren und Kapitän) bietet dramatische Potentiale.

Literatur: Schöning, Jörg (Red.): Leinen los! Maritimes Kino in Deutschland und Europa 1912–1957. München: Text + Kritik 2006.

Referenzen:

Hochseethriller

Piratenfilm

Seefilm / Seeleute im Film


Artikel zuletzt geändert am 09.03.2014


Verfasser: AS


Zurück