Lexikon der Filmbegriffe

Drei-Kamera-Verfahren

engl.: triple-take filming, three-camera mode of production, three-camera technique

Eines der am meisten verwendeten Aufnahme-Verfahren im Continuity-System nahm ein Geschehen aus drei Perspektiven gleichzeitig auf, in Bildwahl, Kameradistanz, u.U. Kamerahöhe und Objektivlänge variierend. Dabei entstand so reichhaltiges Material, dass im Schnitt praktisch immer auf eine der drei Varianten zurückgegriffen werden konnte, die sogar im genau kalkulierten match-cut geschnitten werden konnten.
Der Aufwand der Nachdreharbeiten verringert sich im Drei-Kamera-Verfahren natürlich. Allerdings sind die Aufnahmen (dreifacher Materialverbrauch, drei Kamerateams) deutlich teurer, als hätte man nur mit einer Kamera gedreht. Die Hochphase des Verfahrens geht einher mit der Dominanz des 1:1,37-Seitenverhältnisses, das sehr viel mehr analytische Schnitte bei der Auflösung einer Szene gestattete als Filme im Scope-Seitenverhältnis, das genauere Planung der Bildübergänge erforderte. 
 

Referenzen:

Ein-Kamera-Verfahren

Mehr-Kamera-Verfahren


Artikel zuletzt geändert am 17.01.2012


Verfasser: AS


Zurück