Lexikon der Filmbegriffe

Ein-Kamera-Verfahren

engl.: single-camera setup; auch: single-camera mode of production

Das Ein-Kamera-Verfahren ist das elementarste und einfachste Verfahren, mit dem man Film- und Fernsehmaterial aufzeichnen kann: eine Kamera, Aufnahme der Bilder eins nach dem anderen, bei Realereignissen in der Folge der Ereignisse. Bei allen Mehr-Kamera-Verfahren ist es unmöglich, das Licht für jedes Bild neu zu setzen; hier liegen zwar am Ende mehrere Aufnahmen des gleichen Geschehens vor, doch müssen sich die Kameras meist in die vorfilmisch gegebene Szene einfinden, eine kameraspezifische Korrektur insbesondere des Lichts ist meist nicht möglich. Im Ein-Kamera-Verfahren werden Schuss-Gegenschuss-Auflösungen achronologisch aufgenommen (also zunächst die Aufnahmen der ersten Akteurs, dann die des zweiten; das Hin und Her der Alternation kommt erst im Schneideraum zustande). Meist folgen Aufnahmen im Ein-Kamera-Verfahren einem Drehplan, der die Kosten, die Akteure auf dem Set verursachen, minimiert; im Mehr-Kamera-Verfahren dagegen wird öfters in der Chronologie der Handlung gedreht. Ist letzteres materialintensiver, kostet ersteres mehr Drehzeit (mit allerdings nur einem Kamerateam). Das Verfahren kam mit der Entwicklung der Montage auf und ist seitdem das Standardverfahren geblieben, mit dem Filme inszeniert werden; im Fernsehen dagegen (resp. in fernsehtypischen Gattungen wie Sitcom, Seifenoper, Talkshow oder Bühnenshow) herrscht die Mehr-Kamera-Technik vor.

Referenzen:

Drei-Kamera-Verfahren

Mehr-Kamera-Verfahren


Artikel zuletzt geändert am 18.01.2012


Verfasser: AS


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