Lexikon der Filmbegriffe

Havas

Aus einer 1835 von Charles-Louis Havas gegründeten Nachrichtenagentur entwickelte sich in den 1920ern eine Presse-Dienstleistungsfirma, die sich zunehmend auch als Werbe- und Öffentlichkeitsarbeiter für Radio- und Kinofirmen anbot. Mit der Nationalisierung der Nachrichtenagentur als Agence France-Press 1945 bekam die Diversifizierung der Firma neuen Schwung – sie wurde zu einem Reiseveranstalter. 1968 wurde die Medienberatungsfirma Havas Conseil S.A. gegründet (unter veränderten Besitz-Bedingungen seit 1975: Eurocom, seit 1996: Havas Advertising), die sich heute zu einer breit gestreuten Holding aus Firmen in der Kommunikationsindustrie (mit Sitz in Suresnes bei Paris) entwickelt hat. Die Nachrichtenagentur wurde 1987 in Havas S.A. umbenannt. 1991 übernahm Eurocom die RSCG von Peugeot und gründete ein weltweit operierendes Werbe-Netzwerk (Euro RSCG Worldwide, mit der Zentrale seit 1997 in New York). Havas ist heute die sechstgrößte Werbeagentur der Welt. Sie wurde am 18.3.1997 (exekutiv: 1999) zu 100% von Vivendi aufgekauft und in Vivendi Universal Publishing (VUP) umbenannt; die Namensrechte für „Havas“ wurden 2002 erworben, am 23.5.2002 benannte sich die Firma um. Am 4.4.2000 wurde für der international anbietende Marketing-Agentur Snyder Communications, Inc. (SNC) für 2,1 Milliarden US-$ übernommen. Nach einer Reorganisation entstanden drei große Abteilungen – die Euro RSCG Worldwide („integrierte Kommunikationskonzepte“); MPG („Medien- und Programmentwicklung, Programmhandel“) and Arnold Worldwide Partners („Werbung“). Das Firmenkonglomerat ging im Juli 2004 in den Besitz des Geschäftsmanns Vincent Bolloré über, der VUP mit seiner Firma Lagardère zu dem neuen Gebilde Editis verschmolz, an dem er einen Anteil von 26,41% kontrolliert. U.a. gehören die Fernsehsender Canal Plus und CLT zum Havas-Konzern (Stand: 2006); 2005 beschäftigte Havas mehr als 14.000 Menschen; im gleichen Jahr erwirtschaftete die MPG (Media Planning Group, die Programmhandel-Agentur der Havas-Gruppe) mit 2.450 Mitarbeitern einen Umsatz von 11 Milliarden US-$.

Referenzen:

Agence France-Press (AFP)


Artikel zuletzt geändert am 27.01.2012


Verfasser: JH


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