Lexikon der Filmbegriffe

Wetter II

(1) Eine ganze Reihe von Filmen thematisieren die Figur des Wetteransagers. To Die for (1995, Gus van Sant) erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die als weathercaster Karriere macht. Ein verliebter Meteorologe ist auch die Hauptfigur in L.A. Story (1991, Mick Jackson); in Groudhog Day (1993, Sam Ramis) soll ein Meteorologe von einem Wetterritual berichten, gerät aber in eine Zeitschleife. Ein Schwindler und Glücksritter, der gutgläubige Farmer davon überzeugt, dass er Regen machen könne, ist die Zentralfigur in The Rainmaker (1956, Joseph Anthony).
(2) Auch Wetterobjekte wie insbesondere Wirbelstürme haben mehrfach dramatische Bearbeitung erfahren. Einige widmen sich der Erforschung von Wetterobjekten (wie insbesondere Twister, 1996, Jan de Bont). Andere nehmen den Sturm als Fingerzeig größerer Mächte, die soziale Beziehungen auf eine definitive Probe stellen (wie in The Hurricane, 1937, John Ford, Remake 1979, Jan Troell; Tabu, 1931, F.W. Murnau).
(3) Manchmal werden ökologische Veränderungen als Veränderungen des gewohnten Wetters thematisiert. The Day the Earth Caught Fire (1961, Val Guest) erzählt z.B. von einem gleichzeitigen Atombombenversuch der Amerikaner und der Russen, der die Erde aus ihrer Bahn wirft, so dass sie in die Sonne stürzen wird. The Day After Tomorrow (2004, Roland Emmerich) erzählt von einer globalen Klimakatastrophe.
(4) Dramaturgisch wird insbesondere Regen zur Unterstützung der Gesamtstimmung eingesetzt – bis hin zur Vermischung von Regen und Tränen in Szenen wie der Abschiedsszene in The Bridges of Madison County (1995, Clint Eastwood). Auch die traurige Liebesgeschichte Fa yeung nin wa (IT: In the Mood for Love, 2000, Kar Wai Wong) ist durchgängig mit Regenbildern untersetzt, als reflektiere das Wetter die Unmöglichkeit der beiden Liebenden, zueinander zu kommen.

Referenzen:

Wetter I: Metaphorologie

Wetter III: Special Effects


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: HJW


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