Lexikon der Filmbegriffe

Haupthandlung / Nebenhandlung

engl.: main plot / sub-plot

Die Haupthandlung ist an das Handeln der Protagonisten gebunden. Die Nebenhandlung ist gebunden an Nebenakteure (Deutagonisten); oder sie ist eine sekundäre Handlung, in die ebenfalls die Protagonisten verstrickt sind. Die beiden Handlungsstränge stehen nicht unverbunden nebeneinander, sondern komplementieren einander, stehen in Opposition, entfalten ein Thema in den verschiedenen Ständen etc. Ingmar Bergmans Liebesreigen in Sommernattens Leende (1955) ist z.B. durch das Liebesspiel der Zofe und des Hausdieners wie mit einer Gegenstimme unterlegt, die der komplizierten Intrige der (bürgerlichen) Herrschaften die fröhliche Ungezwungenheit der Diener entgegensetzt. Manchmal werden die Ereignisse in der Nebenhandlung durch die Haupthandlung vorangetrieben. In der Haupthandlung geht es um die Verfolgung des dramatischen Ziels der Hauptfigur, das primäre Moment der Aktion, um Entscheidungen und innere wie äußere Hindernisse. Die Nebenhandlung ist dagegen reduzierter, oft auf eine Konstellation von Figuren beschränkt. Die beiden Handlungsstränge müssen einander in aller Regel kreuzen, sich gelegentlich berühren. Erst die Nebenhandlung macht die Haupthandlung zu einem komplexen Stoff.
Die Nebenhandlung ist wie die Haupthandlung in Exposition, Konfrontation, Auflösung gegliedert. Die Wendepunkte der beiden Handlungsschichten liegen oft in unmittelbarer Nähe, wozu es allerdings keinen sachlichen oder dramaturgischen Grund gibt.

Referenzen:

backstory

breakdown

cross cutting: Frühzeit

Handlungslinie

Hintergrundhandlung

Nachdreh

Nebenhandlung

Parallelhandlung


Artikel zuletzt geändert am 19.10.2012


Verfasser: JH


Zurück