Lexikon der Filmbegriffe

Eon Production

Noch zu Zeiten der Warwick Films geriet der Produzent Cubby Broccoli – auf der Suche nach populären Literaturvorlagen – an die James-Bond-Romane Ian Flemings, deren Verfilmung angegangen wurde, als der Finanzmakler Harry Saltzman zusammen mit Broccoli 1961 die neue Produktionsfirma Eon Production gründete (mit Sitz in den Pinewood Studios in Buckinghamshire). Eon war von Beginn an als Tochter der in der Schweiz beheimateten Danjaq LLC geplant, die die Rechte an den Bond-Romanen hält und die vor allem mit Rechtehandel ihr Geld verdient. Eon hat seitdem nur einen einzigen Nicht-Bond-Film produziert (Call Me Bwana, 1963, Gordon Douglas, Hauptdarsteller: Bob Hope).
Die Figur des James Bond wurde an die nicht nur in der US-Kultur der 1950er äußerst populär gewordene Playboy-Figur angelehnt (teure Kleidung, exklusives Essen und Trinken, extraordinäre Autos, umgeben von schönen Frauen), verband gepflegte Sitten mit physischer Präsenz sowohl auf kämpferischem wie auf sexuellem Gebiet. Die Inszenierung wurde schnell mit aufwendigen Stunts durchsetzt. Die Handlung spielte an exklusiven, meist exotischen Orten, die Interieurs (insbesondere der Bösewichte) waren die von Superreichen. Der große Erfolg machte es möglich, die Produktionskosten immer höher anzusetzen (und die production values auch sichtbar zu machen). Der erste Film der Reihe wurde Dr. No (1962, Terence Young). Die Partnerschaft mit Saltzman endete 1975 (Saltzman verkaufte seine Anteile an United Artists, den Bond-Verleih). Broccoli führte Eon zunächst allein weiter, nahm 1985 seinen Stiefsohn Michael G. Wilson in die Firma auf, die jener heute – nach Broccolis Ausscheiden 1995 und Tod 1996 – mit Broccolis Tochter Barbara Broccoli führt.
Um den Namen „Eon“ (von griech. Aion = Ewigkeit, Äone) rankt sich die – falsche – Anekdote, dass es sich um ein Akronym für „Everythong or nothing“ handele. 


Artikel zuletzt geändert am 20.07.2011


Verfasser: JH


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