Lexikon der Filmbegriffe

Semiometrie

Assoziationspsychologisches Verfahren der qualitativen Zielgruppenforschung. Wertvorstellungen sind das Ergebnis lebenslangen Lernens, indizieren Zugehörigkeiten zu sozialen Gruppen, vermitteln zwischen persönlicher Veranlagung, Erziehung und gesellschaftlichen Normen. Semiometrie misst die Grundeinstellungen und Wertevorstellungen von Zielgruppen. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Wertevorstellungen und spezifische Grundhaltungen von Menschen durch die Beurteilung von Begriffen – sei es hinsichtlich solcher Skalen wie angenehm/unangenehm, sei es solcher Gegenüberstellungen wie Pflicht/Freude usw. – dargestellt werden können. Die Einzelbewertungen von oft Hunderten von Fragetermini werden sodann mittels multifaktorieller Analysen zu interpretierbaren Merkmalsräumen verdichtet und in Form semiometrischer Basismappings (d.i. landkartenartige Assoziationsräume, die die Fragetermini in einem meist kreuzweise aufgespannten Spannungsfeld darstellen – z.B. zwischen den Achsen Individualität/Sozialität und Pflicht/Vergnügen) repräsentieren. Zielgruppen lassen sich durch die Positionierung und die relative Bewertung einzelner Begriffe unterscheiden.

Literatur: Lebart, Ludovic Piron / Piron, Marie / Steiner, Jean-Francois: La sémiométrie. Essai de statistique structurale. Paris: Dunod 2003. – http://www.sevenonemedia.de/c/document_library/get_file?p_l_i_d=586803&folderId=118789&name=DLFE-110213.pdf


Artikel zuletzt geändert am 21.01.2012


Verfasser: HHM


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