Lexikon der Filmbegriffe

Recreation film

von lat.: recreatio = Wiederherstellung, Erholung; von: recreare = wieder erschaffen, neu beleben

(1) Ähnlich, wie eine gewisse Gattung des Reisefilms dazu dient, Reiseziele zu bewerben und dadurch Lust zu machen, selbst zu verreisen, ist der „Erholungsfilm“ eine Gattung des Werbefilms, der Zuschauer auf Möglichkeiten der Entspannung, Unterhaltung und Anregung der Lebensgeister aufmerksam macht. Derartigen Filmen wird sogar die Fähigkeit zugeschrieben, dass allein ihre Besichtigung schon belebende und erfrischende Wirkung habe.
(2) Manchen Nudisten-Filmen wird nachgesagt, dass sie rekreative Tätigkeiten von Akteuren darstellten. Es ist aber deutlich, dass der Vollzug gymnastischer Übungen, Schwimmen im See oder Ballspiele eher der Maskierung der Nacktheit der Darsteller dient als dem dargestellten Erholungswert selbst zuzuschreiben ist. (JH)
(3) Eher beiläufig wird die Bezeichnung in der Kritik verwendet, wenn es einem historischen Film gelungen ist, die historischen Verhältnisse an einem dargestellten Ort nicht nur authentisch wiederherzustellen, sondern auch das seinerzeit verbreitete Lebensgefühl spürbar zu machen. Wenn also Bloody Sunday (USA 2002, Paul Greengrass) die Bürgerrechtskonflikte im irischen Derry im Jahre 1972 re-inszeniert, oder wenn Robert Altman in Kansas City (1996) die Musikkultur im Kansas City, Missouri, der 1930er rekonstruiert, wird die erreichte historische Genauigkeit als „Re-Kreativität“ – Wieder-Erschaffung – bezeichnet. 


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: AS


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