Lexikon der Filmbegriffe

Remake

dt.: Neuverfilmung

Neue Version eines bereits verfilmten Stoffs, die sich mehr oder weniger detailgetreu auf den Vorgänger bezieht und oft sogar denselben Titel trägt. Häufig stehen ökonomische Gründe hinter einem Remake: Das Risiko, neue Darsteller oder ästhetische Formen einzuführen, scheint geringer, wenn das Publikum einen Stoff bereits kennt. Regelrechte Wellen von Remakes gibt es bei der Einführung filmtechnischer Neuerungen, z.B. beim Wechsel von Stumm- zu Tonfilm, von Schwarzweiß zu Farbfilm, bei der Einführung von Breitwandformaten oder Dolby. Ein weiterer Grund für Remakes ist die Übertragung eines Stoffs in andere Kulturzusammenhänge oder Genres.
Remakes sind immer Ausdruck einer bestimmten Form von Intertextualität und werden oft an ihren Vorgängern gemessen, wobei der Vergleich vielfach – aber nicht immer – zu Ungunsten des neuen Films ausfällt. Außerdem geben Remakes besonderen Aufschluss über gesellschaftspolitische Verschiebungen, etwa wenn bestimmte Motive eines Stoffs weniger furchtlos angegangen werden oder wenn auf inzwischen überholte Tabus keine Rücksicht mehr genommen werden muss.

Beispiele: Ben Hur (USA 1925, Fred Niblo; USA 1959, William Wyler); King Kong (USA 1933 Merian C. Cooper; USA 1976, John Guillermin; USA 1986 [King Kong lives], John Guillermin; USA 2005, Peter Jackson); Victor/Victoria (Deutschland 1933, Reinhold Schünzel; USA 1982, Blake Edwards); The Man Who Knew Too Much (Großbritannien 1934 u. USA 1955, Alfred Hitchcock); Psycho (USA 1960, Alfred Hitchcock; USA 1998, Gus Van Sant); Cape Fear (USA 1962, J. Lee Thomson; USA 1991, Martin Scorsese); Abre los ojos (Spanien 1997, Alejandro Amenábar; USA 2001 [Vanilla Sky], Cameron Crowe).

Literatur: Hobsch, Manfred: Mach‘s noch einmal! Das große Buch der Remakes. Berlin: Schwarzkopf & Schwarzkopf 2002 [Filmographie]. – Durham, Carolyn A.: Double takes. Culture and gender in French films and their American remakes. Hanover, NH [...]: University Press of New England 1998. – Horton, Andrew (ed.): Play it again, Sam. Retakes on remakes. Berkeley [...]: University of California Press 1998.
 

Referenzen:

Auto-Remake

goat gland film

Mehrfachverfilmung

Remake: englischsprachige Remakes

retour aux sources


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: PB


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