Lexikon der Filmbegriffe

Ein-Einstellungs-Filme

(1) engl. manchmal: one take, one-take movie; gelegentlich auch – mit Bezug auf den ausbleibenden Schnitt: cut cut; auch: single-shot film, single-shot technique

Zwar bedingt die Länge der Filmrollen, die in einer Kamera in einer zusammenhängenden Aufnahme belichtet werden können, eine technische Begrenzung der Aufnahme auf ca. 10min, doch ist mehrfach versucht worden, Filme zu realisieren, die den Eindruck machen, sie bestünden aus einer einzigen Einstellung. Erzählzeit und erzählte Zeit fallen hier schon auf Grund des Materials zusammen, die Präzision, mit der die Rhythmik des Spiels, Spannungsdramaturgie und Schauspielerhandeln miteinander koordiniert werden müssen, ist sehr hoch, die Virtuosität der Inszenierung darum immer auch mit ausgestellt. Viele one takes sind Kurzfilme (wie etwa der berühmte C'était un rendez-vous, Frankreich 1976, Claude Lelouch, der eine rasende Fahrt durch Paris zeigt). Das erste und bis heute berühmteste Beispiel eines Langfilms als one-take-movie ist Alfred Hitchcocks Rope (USA 1948), in dem die technisch notwendigen Schnitte meist als Verdeckungen maskiert resp. verborgen sind.
Mit der Videotechnik ist es inzwischen möglich, sehr viel längere Szenen durchgängig aufzunehmen (wie etwa Aleksandr Sokurovs Russkiy kovcheg / Russian Arc, Rußland/Deutschland 2002, der eine Wanderung durch die Eremitage in St. Petersburg zeigt).

Literatur: MacDonald, Scott: Putting all your eggs in one basket. A survey of single-shot film. In: Afterimage 16, March 1989, S. 10-16.
 

Referenzen:

Plansequenz


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: AS


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