Lexikon der Filmbegriffe

Kran / Kranaufnahme

engl.: crane, crane shot, manchmal: boom, boom shot; scherzhaft: cherry picker

Ein Wagen oder eine Standeinrichtung, an der ein durch Gegenwichte ausbalancierter Ausleger befestigt ist, der manuell, hydraulisch oder durch Elektro-Motoren sowohl vertikal wie horizontal bewegt werden kann, wird Kran genannt. Am Ende des Auslegers ist eine Plattform angebracht, die die Kamera trägt. Auf der Plattform ist die Kamera untergebracht sowie Sitze für den camera operator, den Kamera-Assistenten und oft auch für den Regisseur. Der erste Kran wurde wurde 1929 in dem Film Broadway (Paul Fejos) eingesetzt.
Kranaufnahmen erlauben eine enorme Beweglichkeit der Kamera in und über der Szene. Kranaufnahmen sind in vielen Fällen auffällig, lenken die Aufmerksamkeit auf die Bildführung selbst. Manchmal ermöglichen sie eine kontinuierliche Kamerabewegung, die physikalisch unmöglich erscheint (ein berühmtes Beispiel findet sich in Hitchcocks Frenzy, 1972). Gelegentlich scheint sich die Kamera sogar zu verselbständigen und zu einem eigenen Mittel des filmischen Zeigens zu werden wie in der mehr als 60m übergreifenden Kranfahrt quer durch einen Ballsaal in Hitchcocks Young and Innocent (1937), die auf den zwinkernden Augen des Mörders endet. Manchmal entsteht ein verstörender und fremd erscheinender Blick auf eine Szene wie in der Animierungs-Szene in Frank Whales Bride of Frankenstein (1935). Und manchmal entgrenzen Kranbewegungen unvermittelt den Raum und erwecken den Eindruck der Schwerelosigkeit der Kamera. Als Beispiel mag die schnelle Aufwährtsfahrt der Kamera in Singin‘ in the Rain (1952) dienen, die den Tanz im Regen plötzlich in die Vertikale öffnet.

Referenzen:

Chapman-Kran

crab dolly

elevator shot

Jib-Arm

Kran: Louma-Kran


Artikel zuletzt geändert am 30.08.2012


Verfasser: HJW


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