Lexikon der Filmbegriffe

Phantasmagorie (1)

von griech. phantasma = Geistererscheinung, ageirein = versammeln; allgemein für: Trugbild, Totenbild, Geisterbild, Blendwerk; Wahnbild; engl.: phantasmagoria

Allgemein versteht man unter dem Schlagwort „Phantasmagorien“ alle Arten von Trugbildern, zum Beispiel in Form fantastischer Bilder oder auf der Bühne. Schopenhauer bezeichnete sogar das Gesamt aller Realerscheinungen als „Phantasmagorien“.
Bei Marx, später bei Benjamin steht der Begriff für die Unfähigkeit des kapitalistischen Systems, den technischen Fortschritt mit neuen gesellschaftlichen Ordnungen zu beantworten, so dass es nötig wird, umfangreiche Verblendungen aufzurichten, die das Neue unter flüchtigen Bildern verbergen (Benjamin nannte diesen Zusammenhang „Moderne“).

Literatur: Benjamin, Walter: Das Passagenwerk. Frankfurt: Suhrkamp 1982 (Gesammelte Werke. 5. [2 Bde.]). – Kopnick, Lutz: „Nothung! Nothung! Neidlicher Stahl!“ Die Phantasmagorie des Schwertes in Wagners Der Ring des Nibelungen. In: The German Quarterly 66,4, Autumn 1993, S. 490-509.


Artikel zuletzt geändert am 25.07.2011


Verfasser: JH


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