Lexikon der Filmbegriffe

Phantasmagorie (2)

Insbesondere fallen darunter die „Geister- und Totenbilder“, die der Magier Paul Philidor (d.i. Paul de Philipsthal) 1792, sechs Jahre später der Belgier Etienne Caspar Robert (der sich selbst Robertson nannte) und danach viele andere mittels einer fahrbaren Laterna Magica sowie einer eigens dafür erfundenen Optik einem staunenden Publikum als Rückprojektion offerierte. Projektionen von Skeletten und Gespenstern im Zuschauerraum, Donner- und Blitzeinlagen, dreidimensionale Projektionen, mechanisch operierende Figuren, die Projektion von lebenden Schauspielern – die Effekte waren vielfältig, das Publikum begeistert. Um 1800 entstanden in Europa und auch in den USA eine Reihe von Phantasmagorienbühnen, die in den nächsten 20 Jahren, einige noch später z.T. als Reisebühnen auftraten, z.T. als Pauseneinlagen in anderen Theatern auftraten.
Ausgangs des 18. Jahrhunderts sind optische Trugbilder und Totenerscheinungen ein populäres literarisches Motiv und gehören in die Vorgeschichte des Kinos und seiner Reflexionsformen.

Literatur: Philadelphus, Theod[or]: Phantasmagorie. Oder Die Kunst, Geister erscheinen zu lassen. Zur belustigenden Unterhaltung. Quedlinburg/Leipzig: Basse 1833. – Heard, Mervyn: Phantasmagoria. The secret life of the magic latern [...]. Hastings: Projection Box 2006. - URL: http://www.visual-media.be/phantasmagorie.html. – Mannoni, Laurent. The phantasmagoria. In: Film History 8,4, 1996, S. 390-415.


Artikel zuletzt geändert am 25.07.2011


Verfasser: RGI JH


Zurück