Lexikon der Filmbegriffe

Remake: englischsprachige Remakes

In den USA, in denen sich das Publikum bis heute weigert, nicht-amerikanisches Kino in synchronisierten oder untertitelten Fassungen zu sehen, gab es schon in der Stummfilmzeit die Tendenz, erfolgreiche Stoffe in eigenen Adaptionen vorzulegen. Unüblicherweise wurde der italienische 12-Reeler Quo vadis? (1913) erst 1925 und 1929 in Hollywood neuverfilmt; normalerweise erfolgt die Neuverfilmung viel schneller – der französische Pépé le Moco (1937) mit Jean Gabin wurde 1938 als Algiers neu verfilmt (Hauptrolle: Charles Boyer); 1948 folgte sogar eine Musical-Adaption des gleichen Stoffes (Casbah); Marcel Carnés Le Jour se lève (1939) wurde gleich nach dem Krieg als The Long Night (1947) neu aufgelegt. Das Muster der Neuadaptation ist bis heute erfolgreich und üblich: Daniel Givnes Le Retour des Martin Guerre (1982) wurde als Sommersby (1993) neu verfilmt, Luc Bessons Nikita (1990) kam noch im gleichen Jahr als Assassins (1990) ins Kino, Alejandro Amenábars Abre los ojos (1997) wurde als Vanilla Sky (2001) von Cameron Crowe neu adaptiert (mit dem Drehbuch von Amenábar); der mexikanische Independent-Film El Mariachi (1992) wurde gar vom gleichen Regisseur (Roberto Rodriguez) in Hollywood erneut verfilmt und gleich um einen Sequel-Teil erweitert (Desperado, 1995). Neben derartigen Neuverfilmungen stehen eine ganze Reihe von Stoff-Adaptionen, die die Geschichten zugleich in neue Genres transformieren – aus Akira Kurosawas Spätsamurai-Film Yojimbo (1961) wird dann z.B. der Gangsterfilm Last Man Standing (1996, Walter Hill).

Literatur: Kühle, Sandra: Remakes. Amerikanische Versionen europäischer Filme. Remscheid: Gardez! Verlag 2006.


Artikel zuletzt geändert am 24.07.2011


Verfasser: CA


Zurück