Lexikon der Filmbegriffe

runaway production

Filme, die außerhalb der Hollywood-Studios, aber auch solche, die außerhalb der USA (insbesondere in Kanada, Australien, Irland oder England) produziert werden, werden oft runaway productions genannt. Die Gründe, die US-Studios zu meiden, sind unterschiedlich - meist geht es darum, Kosten zu sparen, gewerkschaftliche Absprachen zu umgehen, Zensurbestrebungen der Studios auszuweichen und ähnliches mehr. Der wohl erste Runaway-Film war der Jesus-Film From the Manger to the Cross (1912, Sidney Olcott), der komplett in Palästina aufgenommen wurde. Eine weitere Hochphase der Auslagerung von Hollywood-Produktionen in die kanadischen und europäischen Studios bildeten die 1950er – angefangen bei Filmen wie Roman Holiday (1952) bis hin zu billigen Genre-Filmen. Die Internationalisierung der Produktion ist seit der Neuordnung des Studiosysterms in den 1980ern keine so auffallende Ausnahme mehr. Die volkswirtschaftlichen Einbußen, die Runaway-Produktionen verursachen, sind schwer zu kalkulieren, werden aber meist auf über 10 Milliarden US-$ (Stand: 2001) angesetzt.

Literatur: Johnson-Yale, Camille: „So-Called Runaway Film Production”. Countering Hollywood’s Outsourcing Narrative in the Canadian Press. In: Critical Studies in Media Communication 25,2, June 2008, S. 113-134.


Artikel zuletzt geändert am 24.07.2011


Verfasser: HHM


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